Wie Notizen dein botanisches Skizzenbuch bereichern

 
 
 

Viele, die mit botanischem Skizzieren beginnen, glauben still und heimlich, dass ein Sketchbook vor allem eines sein muss: schΓΆn.

Ordentliche Seiten, harmonische Farben, klare Linien. Und sobald irgendwo ein Kringel verrutscht oder ein Strich zu dunkel wird, fΓΌhlt es sich an, als wΓ€re die ganze Seite β€žverdorbenβ€œ.

Notizen passen da auf den ersten Blick nicht hinein.

Sie wirken zu sachlich, zu chaotisch oder zu wenig β€žkΓΌnstlerischβ€œ. In Wahrheit kΓΆnnen sie das Gegenteil bewirken.

Notizen machen eine Skizze persΓΆnlicher und lebendiger.

Sie halten den Moment fest, vertiefen deine Beobachtung und helfen dir spΓ€ter enorm, wenn du zurΓΌckblΓ€tterst und eigene Fortschritte sehen mΓΆchtest.

Botanisches Zeichnen ist immer auch ein StΓΌck Naturbeobachtung und ein paar Worte am Rand kΓΆnnen genau dieses GefΓΌhl wunderbar einfangen.

Notizen sind kein Muss. Sie sind ein Werkzeug. Und jede darf selbst entscheiden, wie sie es nutzen mΓΆchte.

 

Was du in deine Skizzen schreiben kannst

FΓΌr viele AnfΓ€ngerinnen ist es am Anfang ungewohnt, ΓΌberhaupt etwas neben die Zeichnung zu setzen. Deshalb hilft es, sich ein paar einfache Kategorien als Inspiration zu nehmen.

 

Start simple

Du kannst zum Beispiel ganz schlicht beginnen mit dem Namen der Pflanze, sofern du ihn kennst. Oder du notierst dir, wo du sie gefunden hast, wie die Jahreszeit wirkt oder ob gerade Licht auf das Blatt gefallen ist.

Diese Informationen mΓΌssen nicht wissenschaftlich sein. Manchmal reicht ein Satz wie β€žgefunden auf dem Tisch nach dem Spaziergangβ€œ oder β€žFarbe wirkt viel wΓ€rmer als gedachtβ€œ.

 

Wahrnehmung schulen

Beim Zeichnen selbst fallen dir oft Dinge auf, die du vorher gar nicht wahrgenommen hast:

  • eine Struktur,

  • die Richtung einer Blattadern,

  • eine Farbe, die du im ersten Moment nicht richtig einordnen konntest.

Genau solche Beobachtungen sind ideal fΓΌr kleine Notizen. Sie helfen dir, nicht nur zu zeichnen, sondern wirklich hinzuschauen. Stichwort β€œSehen lernen”.

 

Farbrezepte dokumentieren

Auch Farbmischungen eignen sich wunderbar fΓΌr kurze Notizen. Du kannst direkt ins Skizzenbuch kleine Farbfelder setzen oder aufschreiben, welche Pigmente du kombiniert hast. Viele entwickeln ΓΌber die Zeit ein persΓΆnliches kleines β€žFarbrezeptbuchβ€œ, ohne es bewusst zu planen.

 
 

Infos zum Material

Und dann gibt es die technischen Kleinigkeiten:

  • Welche Pinselgrâße du verwendet hast,

  • ob der Fineliner wasserfest war,

  • welches Papier sich angenehm angefΓΌhlt hat.

Das klingt unscheinbar, wird aber spΓ€ter sehr nΓΌtzlich, wenn du nachverfolgst, warum eine Skizze dir besonders gut gelungen ist.

 

Eigene Stimmung

Zuletzt kannst du festhalten, wie sich der Moment angefΓΌhlt hat.

Vielleicht mochtest du die Ruhe in der KΓΌche. Vielleicht war es ein kurzer Augenblick fΓΌr dich allein. Oder du hast ein Detail entdeckt, das dich ΓΌberrascht hat.

 

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    Wie du Notizen auf der Seite platzierst, damit sie harmonisch wirken

    Viele haben die Sorge, dass Notizen die Seite unruhig machen. In Wirklichkeit kommt es weniger auf das Was an, sondern auf das Wie.

    Überschriften oder kleine Titel, wie Datum oder Pflanzenname, kânnen der Skizze eine natürliche Struktur geben.

    Wenn du gerne etwas dekorierst, kannst du mit einer ganz einfachen Druckschrift oder einem kleinen Brush Pen arbeiten, aber es muss nicht kunstvoll sein.

    Kurze TextblΓΆcke passen gut an den Rand oder unter die Zeichnung. Sie dΓΌrfen ruhig knapp sein. Ein Satz, eine Beobachtung, ein Farbhinweis. Manche setzen kleine Farbfelder daneben, andere nutzen kleine KΓ€stchen oder Mini-Diagramme fΓΌr Farbmischungen.

    Wenn du es besonders ruhig magst, eignet sich ein Bleistift hervorragend fΓΌr Notizen – er bleibt dezent und ordnet sich der Zeichnung unter.

    Wer klare Lesbarkeit bevorzugt, nimmt einen Fineliner. Und wer Struktur liebt, kann mit kleinen Stempeln arbeiten: Datum, Wetter, ein Mini-Blatt. Das funktioniert besonders gut bei regelmÀßigen Sketchbook-Seiten.

    Mit der Zeit findest du heraus, wie viel Platz du den Notizen geben mΓΆchtest. Manche Menschen schreiben nur ein paar Worte, andere fΓΌllen halbe Seiten - beides ist vΓΆllig okay. You do you.

     
     
    Schwarzer Holunder im Skizzenbuch festgehalten

    Skizzenbuch-Doppelseite ΓΌber den Schwarzen Holunder

     
     

    Nature Journaling als Inspiration

    Vielleicht bist du schon einmal ΓΌber den Begriff Nature Journaling gestolpert. Dahinter steckt ein wunderschΓΆner Ansatz: beobachten, skizzieren, notieren. Ganz ohne Anspruch, eine perfekte Seite zu gestalten.

    Viele Elemente davon kannst du dir fΓΌr dich herauspicken. Es geht nicht darum, alles zu dokumentieren oder wissenschaftlich exakt zu sein. Es geht darum, die Natur bewusster zu erleben und kleine Momente festzuhalten.

    Gerade fΓΌr botanisches Skizzieren ist das wertvoll. Du merkst plΓΆtzlich, wie sich Farben im Tageslicht verΓ€ndern oder wie eine Knospe sich von einem Tag zum nΓ€chsten ΓΆffnet. Das alles kannst du festhalten, wenn du mΓΆchtest.

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    Mini-Übung: Deine erste Skizze mit Notizen

    Diese Übung ist bewusst leicht:

    WΓ€hle ein kleines botanisches Objekt. Skizziere es locker, ohne viel Anspruch. Danach schreibe drei kurze Dinge daneben:

    • den Namen oder Fundort,

    • eine Farbe, die dir aufgefallen ist,

    • und einen kurzen Satz ΓΌber den Moment des Zeichnens.

    • Wenn du mΓΆchtest, fΓΌge ein kleines Farbfeld hinzu.

    Mehr muss es nicht sein. So entsteht ganz automatisch eine Seite, die nicht nur eine Zeichnung zeigt, sondern auch ein StΓΌck Erinnerung.

     
       

      Schluss

      Notizen kΓΆnnen deine botanischen Skizzen bereichern, ohne sie zu ΓΌberladen. Sie helfen dir, Pflanzen besser zu verstehen, deinen Prozess bewusster zu erleben und einen eigenen Stil zu entwickeln, der ganz natΓΌrlich wΓ€chst.

      Ein Sketchbook ist kein Ausstellungsraum. Es ist dein persΓΆnlicher Ort zum Entdecken. Und Notizen sind ein kraftvoller Teil davon.

       

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