Mixed Media Materialien für Botanical Sketching
Wenn man mit botanischem Skizzieren anfängt, taucht früher oder später eine Frage auf, die fast alle beschäftigt:
„Was brauche ich eigentlich dafür?“
Die Antworten darauf könnten unterschiedlicher kaum sein. Manche arbeiten ausschließlich mit Aquarell, andere schwören auf Fineliner. Wieder andere kombinieren Farbstifte, Marker, Tusche und alles dazwischen. Die Auswahl ist groß und sorgt beim Einstieg schnell für das Gefühl, dass man „zu wenig“ oder das „falsche“ Material hat.
Die gute Nachricht ist: Für Mixed Media brauchst du weder viel noch perfekt abgestimmte Tools.
Es geht eher darum, ein paar Materialien zu finden, die dir Freude machen und gut zusammenarbeiten. Mixed Media ist ein spielerischer Weg, verschiedene Techniken miteinander zu verbinden, ohne dass es kompliziert wird.
Dieser Artikel gibt dir einen ruhigen Überblick, was sinnvoll ist, womit du starten kannst und wie die Materialien sich gegenseitig ergänzen.
Warum Mixed Media so gut funktioniert
Mixed Media klingt zunächst nach „viel“, meint aber eigentlich das Gegenteil:
Du nutzt das, was dir liegt und kombinierst es so, dass es dich unterstützt.
Viele beginnen mit einem einfachen Stift und bringen erst später Farbe hinein. Andere starten mit Aquarell und ergänzen anschließend ein paar Linien für Struktur.
Mixed Media gibt dir dabei einen wunderbaren Spielraum: Du kannst in Schichten arbeiten, jederzeit pausieren, Bereiche betonen oder reduzieren, ohne dass etwas an Strahlkraft verliert.
Für Anfängerinnen ist das ideal, weil du weder auf eine Technik festgelegt bist noch Angst haben musst, ein Bild „zu ruinieren“.
1. Grundausstattung – was dir den Einstieg leicht macht
Papier oder Skizzenbuch
Für Mixed Media lohnt sich Papier, das etwas Wasser aushält und gleichzeitig glatt genug ist, damit Stifte gut darüber gleiten. Ein leichtes Aquarellpapier oder Mixed-Media-Papier funktioniert sehr gut. Viele bevorzugen Spiralbindung, weil die Seiten flach liegen, nötig ist das aber nicht.
Hier findest du mehr zum Thema Skizzenbücher.
Bleistift & Radierer
Ein einfacher HB- oder 2B-Bleistift ist ein verlässlicher Startpunkt. Du kannst damit Formen andeuten, Entscheidungen treffen oder wieder verwerfen. Ein weicher Radiergummi oder ein Knetradierer ist ebenfalls hilfreich, weil er das Papier schont und trotzdem gut korrigiert.
Meine Empfehlungen:
Bleistift: Faber Castell 9000 - HB
Radierstift: Tombow Mono Zero
Plastikradierer: Staedtler Mars plastic
Knetradiergummi: Faber Castell Knetradiergummi
Fineliner oder wasserfeste Tinte
Wenn du klare Linien liebst, ist ein wasserfester Fineliner in Schwarz oder Sepia eine wunderbare Ergänzung. Besonders dann, wenn du später Aquarell darüber legst.
Sakura Pigma Micron oder Staedtler Pigmentliner funktionieren zuverlässig und sind sehr gut erhältlich. Auch ein Füller mit wasserfester Tinte kann eine schöne Variante sein, wenn du lieber mit flüssiger Tinte arbeitest.
Lies hier mehr über meine bevorzugten Tinten.
Aquarellfarben & Pinsel
Für botanische Skizzen reicht eine kleine, übersichtliche Palette: warme und kühle Nuancen von gelb, rot und blau. Damit kannst du fast alles mischen. Ein guter Rundpinsel Größe 6 ist ein guter Allrounder - synthetische Pinsel sind absolut ausreichend, z. B. von daVinci.
Ein Wasserbecher und ein weiches Tuch gehören fast automatisch dazu.
Hier findest du mehr Infos zu deiner einzigartigen Aquarellpalette und zur Wahl deines Pinsels.
2. Zusatzmaterialien – schön, aber kein Muss
Wenn du Lust hast, später mehr auszuprobieren, kannst du dein Material nach und nach erweitern. Farbstifte eignen sich wunderbar für kleine Details oder Blattadern, Brush Pens (z. B. von Tombow) für schnelle Farbverläufe oder Skizzen unterwegs.
Gelstifte können helle Akzente setzen, sollten aber sparsam verwendet werden. Und wer Linien liebt, entdeckt vielleicht irgendwann Tusche und Feder für sich.
Underdogs, die ich persönlich großartig finde, sind Wachsmalstifte. Mit ihnen kannst du gar nicht anders als dich einfach auf den Prozess einlassen. Sind aber definitiv kein Muss.
3. Wie Mixed Media im Prozess funktioniert
Mixed Media bedeutet nicht, möglichst viele Materialien auf einmal zu nutzen. Vielmehr entsteht ein Bild in Schichten, die sich gegenseitig unterstützen.
Eine einfache Vorgehensweise sieht oft so aus: Zuerst entsteht eine leichte Bleistiftskizze, die dir Orientierung gibt. Anschließend kannst du Linien setzen, entweder mit Fineliner oder mit einem Füller. Danach kommt Farbe ins Spiel. Sobald alles trocken ist, lassen sich Farbstifte einsetzen, um kleine Strukturen zu betonen.
Wenn du magst, kannst du zum Schluss winzige Highlights mit einem Gelschreiber setzen.
Du wirst merken, wie flexibel dieser Ablauf ist. Du kannst jederzeit stoppen, ergänzen, vereinfachen oder neu beginnen.
4. Tipps für eine entspannte Materialwahl
Es hilft, mit dem zu starten, was du ohnehin besitzt. Du musst dir nichts „Perfektes“ anschaffen. Oft zeigt sich erst im Tun, welche Materialien dir Freude machen und welche dich eher ausbremsen. Teure Marken sind nicht notwendig – wichtiger ist, dass das Material zu deiner Handhabung passt.
Und vielleicht der wichtigste Punkt: Dein Stil entsteht nicht durch eine vollständige Liste von Tools, sondern durch das, was du besonders gern benutzt. Genau dort beginnt die Wiedererkennbarkeit.
5. Mini-Übung: Die Drei-Material-Skizze
Für diese Übung reicht ein kleines botanisches Objekt, z. B. eine Knospe oder ein kleiner Zweig.
Skizziere die Form ganz locker mit dem Bleistift. Anschließend kannst du ein paar klare Linien mit dem Fineliner setzen und zum Schluss einen Hauch Farbe hinzufügen. Eine einzige Nuance genügt vollkommen.
So spürst du sofort, wie die Materialien zusammenarbeiten, ohne dich zu überfordern.
Schluss
Mixed Media ist eine einfache Art, botanische Skizzen zu beginnen. Es nimmt den Druck, eine Technik perfekt beherrschen zu müssen, und schenkt dir gleichzeitig große Freiheit.
Du kannst klein starten, neugierig bleiben und nach und nach herausfinden, wie du Farbe, Linien und Strukturen kombinierst.
Die Materialien, die du wirklich brauchst, sind überschaubar. Alles andere entsteht mit der Zeit – und mit jeder Skizze wächst ein Stück deines eigenen Ausdrucks dazu.
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